Farbe & Coloration

Blondierung & Friseurbedarf: Produkte für helles Haar

Blondierung & Friseurbedarf: Produkte für helles Haar
Foto: — · hairkapper.de

Grundlagen verstehen: Was passiert beim Blondieren?

Bevor du überhaupt zum Aufheller greifst, ist es wichtig zu verstehen, was dieser macht. Haare enthalten Pigmente, die ihnen ihre Farbe geben – das Melanin. Blondierungsmittel arbeiten chemisch daran, diese Pigmente abzubauen. Das ist ein Prozess, der Oxidation genannt wird. Dabei öffnet das Produkt die äußere Schuppenschicht des Haares (die Kutikula), sodass der Wirkstoff in den Haarschaft eindringen kann, um das Melanin zu „bleichen“.

Dieser Prozess findet in mehreren Stufen statt. Dein dunkles Haar wird erst rot, dann orange, dann gelb. Das Ziel ist meist ein helles Gelb, bevor die eigentliche Farbbehandlung oder das Tonen folgt. Wenn du verstehst, wie dieser Mechanismus funktioniert, kannst du die notwendigen Hilfsmittel im Friseurbedarf besser einschätzen.

Die wichtigsten Komponenten des Friseurbedarfs für deine Blondierung

Wenn du dich im Fachhandel umschaust, wirst du eine riesige Auswahl an Pudern und Cremes sehen. Das richtige Equipment und die richtigen Chemikalien sind entscheidend für das Endergebnis und die Haargesundheit. Hier sind die absoluten Must-haves für deinen Blondierungsvorgang.

1. Das Aufhellungspulver oder die Blondiercreme

Das Herzstück ist das Blondierungsprodukt selbst. Es gibt zwei Hauptformen, die im Friseurbedarf angeboten werden:

• Blondierpulver (Staubfrei): Das ist oft die stärkste Variante. Hochwertige Pulver sind heute meist staubfrei, was gut für deine Atemwege ist. Sie bieten eine sehr hohe Aufhellleistung, ideal für dunkle Basen oder wenn du sehr hell werden musst.

• Blondiercreme: Cremes sind sanfter und oft einfacher in der Anwendung, da sie weniger tropfen und sich besser mit dem Haar verbinden. Sie sind perfekt für gezielte Techniken wie Balayage oder Foliensträhnen, aber auch für Voll-Blondierungen, wenn das Haar schon strapaziert ist.

Achte darauf, ein Produkt zu wählen, das für deinen Ausgangshaarton geeignet ist. Wenn du von Schwarz auf Platin willst, brauchst du eine höhere Leistung als jemand, der von Mittelbraun auf Goldblond aufhellt.

2. Der Entwickler: Wasserstoffperoxid

Der Entwickler ist das Oxidationsmittel, meist in Form von Wasserstoffperoxid, und wird immer mit dem Pulver oder der Creme gemischt. Er bestimmt, wie schnell und wie stark die Aufhellung wirkt. Im Friseurbedarf findest du verschiedene Volumina (Prozentzahlen):

• 10 Volumen (3%): Sehr sanft. Nur zum Auffrischen von bereits blondiertem Haar oder zum leichten Anheben der Naturhaarfarbe (maximal 1 Tonstufe).

• 20 Volumen (6%): Der Standard für die meisten Anwendungen. Er reicht aus, um dunkles Haar um 2 bis 3 Stufen aufzuhellen und ist gut für den Ansatz geeignet.

• 30 Volumen (9%): Starke Aufhellung. Verwende diesen Entwickler vorsichtig und nicht auf der Kopfhaut, wenn du empfindlich bist. Er hellt etwa 3 bis 4 Stufen auf.

• 40 Volumen (12%): Maximale Kraft. Dieser Entwickler wird fast nur für extreme Aufhellungen oder bei sehr dicken, dunklen Haaren in Längen verwendet, niemals direkt auf der Kopfhaut.

Merke dir: Je höher der Entwickler, desto schneller die Reaktion und desto höher das Risiko für Haarschäden. Beim Arbeiten mit dem richtigen Entwickler für den Friseurbedarf vermeidest du unnötigen Stress für dein Haar.

VIDEO: Glossing nach der Blondierung

3. Schutzadditive und Bond-Builder

Das ist der wichtigste Tipp für dich, wenn du wirklich langfristig Freude an deinen Haaren haben möchtest: Investiere in einen Bond-Builder. Diese Produkte werden direkt in die Blondierungsmischung gegeben und schützen die Schwefelbrücken im Haar, die durch das Blondieren zerstört werden. Du siehst diese oft als Zwei-Komponenten-Systeme im professionellen Sortiment. Sie sind zwar eine zusätzliche Investition, aber sie machen den Unterschied zwischen strohigen und relativ gesunden blonden Haaren aus.

4. Werkzeuge und Zubehör

Einige Utensilien brauchst du einfach, um präzise arbeiten zu können:

• Plastikschale und Pinsel: Mische die Blondierung niemals in Metallschalen, da Metall die chemische Reaktion beeinflussen kann. Ein guter, fester Pinsel sorgt für eine gleichmäßige Verteilung.

• Handschuhe: Immer tragen. Blondierungsmittel sind aggressiv.

• Haarklammern: Zum Abteilen der Sektionen.

• Haube oder Frischhaltefolie: Zum Abdecken des Haares, um die Einwirkzeit zu kontrollieren und Wärme zu speichern.

Die Vorbereitung ist alles: Dein Plan für eine sichere Blondierung

Bevor du das Aufhellungspulver anrührst, musst du wissen, wo du stehst. Viele Probleme beim Blondieren entstehen, weil die Vorbereitung ignoriert wird. Wenn du zum Beispiel von einer dunklen Farbe aufhellst, ist die Vorbereitung entscheidend.

Dein individueller Test: Der Strähnchen-Test

Hast du dunkles Haar oder wurde es schon einmal gefärbt? Führe IMMER einen Strähnchen-Test durch. Nimm eine winzige Haarsträhne an einer unauffälligen Stelle. Mische das Blondierungsmittel wie vorgesehen an und trage es auf diese Strähne auf. Beobachte, wie schnell sie aufhellt und wie sich die Haarstruktur anfühlt. So siehst du genau, welche Einwirkzeit du brauchst und ob dein Haar die Behandlung überhaupt verträgt. Das erspart dir böse Überraschungen.

Die richtige Mischung finden

Die Anleitung des Herstellers gibt dir das Verhältnis vor (z.B. 1 Teil Pulver zu 2 Teilen Entwickler). Halte dich genau daran. Wenn du einen Bond-Builder verwendest, beachte dessen Anleitung zur Dosierung. Mische alles gründlich, bis eine homogene, cremige Paste entsteht. Die Konsistenz sollte so sein, dass sie gut hält, aber nicht zu dick ist, um sie auftragen zu können.

Die Reihenfolge beim Auftragen

Dies ist ein klassischer Fehler, den viele machen. Wenn du den Ansatz mitblondierst, musst du Längen und Spitzen zuerst behandeln, wenn diese dunkler sind. Der Kopf ist die wärmste Zone, der Ansatz hellt daher immer schneller auf als die Spitzen. Bei einer Neu-Blondierung gilt:

• Trockenes, ungewaschenes Haar vorbereiten.

• Haar in vier Sektionen abteilen.

• Die Blondierung zunächst auf die Längen und Spitzen auftragen, etwa 2 bis 3 Zentimeter vom Ansatz entfernt.

• Nachdem die Längen behandelt sind, den Ansatz zum Schluss auftragen und die Einwirkzeit neu starten.

Dies stellt sicher, dass die Aufhellung gleichmäßiger wird. Wenn du nur den Ansatz machst, konzentrierst du dich natürlich nur auf diesen Bereich.

Vom Gelb zum Wunschblond: Der Toner als Retter im Friseurbedarf

Wenn dein Haar die gewünschte Helligkeit erreicht hat (Level 9 oder 10), ist es meist ein sehr helles Gelb. Niemand wünscht sich reines Gelb, oder? Hier kommt der Toner ins Spiel. Ein Toner ist keine Farbe im klassischen Sinne, sondern eine semi-permanente oder demi-permanente Tönung, die meist einen leichten Violett- oder Aschanteil enthält.

Dieser Toner neutralisiert die Gelb- oder Orangestiche. Er legt sich nur auf die äußere Schicht des Haares und sorgt dafür, dass das Blond kühl, neutral oder eben so aussieht, wie du es dir vorgestellt hast. Für das beste Ergebnis wähle einen Toner, der speziell für bereits aufgehelltes Haar konzipiert ist. Auch hier brauchst du wieder einen Entwickler, meistens aber nur mit 3% oder 5% (10 Volumen), da das Haar bereits offen ist und keine große Aufhellungskraft mehr nötig ist.

Pflege danach: Was du im Friseurbedarf für die Erhaltung brauchst

Blondiertes Haar ist saugfähig und braucht intensive Pflege. Die Pflegeprodukte, die du nach der Blondierung verwendest, sind genauso wichtig wie die Blondierung selbst. Hier sparst du am falschen Ende, wenn du normale Shampoos benutzt.

Du brauchst Produkte, die auf das reparieren und den pH-Wert stabilisieren ausgelegt sind. Suche nach Shampoos und Masken, die speziell für chemisch behandeltes Haar oder stark geschädigtes Haar gekennzeichnet sind. Produkte mit Proteinen und feuchtigkeitsspendenden Ölen helfen, die Struktur zu stabilisieren.

Ein absolutes Muss sind Tiefenpflegekuren, die du mindestens einmal pro Woche anwendest. Wenn dein Blond leicht ins Gelbliche kippt, integriere ein gutes Silbershampoo in deine Routine. Aber Achtung: Lass es nicht zu lange einwirken, sonst wird dein Blond lila!

Häufig gestellte fragen

wie lange muss die blondierung maximal einwirken?

Die maximale Einwirkzeit hängt stark vom Produkt und dem Entwickler ab. Bei hohem Volumen (30 oder 40) oft nur 30 bis 45 Minuten. Bei niedrigerem Volumen kann es bis zu einer Stunde dauern. Überschreite niemals die vom Hersteller empfohlene Höchstdauer, da dies zu starker Haarschädigung führt. Kontrolliere den Fortschritt alle 10 Minuten.

ist der toner ein muss nach dem blondieren?

Technisch gesehen ist der Toner nicht zwingend nötig, aber er ist fast immer ratsam. Ohne Toner bleibt dein Haar oft gelbstichig. Der Toner korrigiert den unerwünschten Gelb- oder Orangeton und gibt dem Blond seine finale, gewollte Nuance, sei es Silber, Beige oder Platin.

kann ich mit niedrigem volumen trotzdem sehr hell werden?

Ja, das geht, aber es braucht Zeit. Niedrigprozentige Entwickler (10 oder 20 Volumen) arbeiten sanfter und schonen das Haar mehr. Statt in einer Sitzung fünf Stufen zu hell zu werden, hellst du lieber in zwei Sitzungen mit einer Pause von einigen Wochen auf. Das ist viel besser für die Haarstruktur und du vermeidest Bruch.

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